Mitten im Geschehen
Keine Bühne, kein Vorhang, keine Absperrung. Gespielt wird dort, wo das Wirtshausleben stattfindet: am Tisch, an der Schank, im Flur, im Nebenzimmer.
Theater ohne Bühne, mitten unter den Gästen. Zwischen Stammtisch, Ausschank und Nebenzimmer treten Figuren auf, die niemand bestellt hat — und am Ende weiß keiner mehr genau, wer Gast war und wer Stück.
Die Gäste bestellen, reden, essen. Dann steht am Nebentisch plötzlich eine Frau auf und erzählt eine Geschichte, die vor achtzig Jahren in genau diesem Raum passiert ist. Aus der Küche antwortet eine Stimme. Der Musiker am Stammtisch war nie nur Gast.
Keine Bühne, kein Vorhang, keine Absperrung. Gespielt wird dort, wo das Wirtshausleben stattfindet: am Tisch, an der Schank, im Flur, im Nebenzimmer.
Jeder Abend wird für sein Wirtshaus recherchiert und geschrieben: Ortsgeschichte, Wirtshauschronik, Erinnerungen der Leute. Kein Abend gleicht dem anderen.
Wahres, Übertriebenes und Erfundenes vermischen sich. Wer aufsteht und erzählt, kann engagiert sein — oder ein echter Gast, den der Abend angesteckt hat.
Statt Programmheft liegt an jedem Platz ein Bierdeckel. Auf der Rückseite: eine Frage, eine Erinnerung, ein Auftrag. Wer ihn umdreht, ist Teil des Abends.
Beispieltexte, Entwurf — endgültige Deckel entstehen je Spielort mit dem Ensemble.
„Bayerische Kultur war nie eins. Sie war immer schon duranand — im Wirtshaus sieht man's am schnellsten."
Arbeitsmotiv des Projekts, Entwurf
Das Wirtshaus ist der älteste Kulturort Bayerns: Hier wurde immer schon erzählt, gestritten, gesungen, politisiert und versöhnt. Und es ist einer der wenigen Orte, an denen sich Milieus noch ungefragt begegnen.
„Duranand im Wirtshaus" bringt zusammen, was sich im Alltag aus dem Weg geht: Stammtisch und Zugezogene, Alteingesessene und Jugendliche, Ortschronik und Gegenwart. Die Vermischung ist nicht Nebeneffekt, sondern künstlerisches Prinzip.
Historische Ereignisse aus dem Ort, aktuelle Konflikte und frei erfundene Szenen greifen ineinander. Das Publikum muss selbst entscheiden, was dokumentarisch ist und was Erfindung — und kommt genau darüber ins Gespräch.
Die Schwelle ist so niedrig wie möglich: Man muss nichts wissen, nichts vorbereiten, nichts leisten. Man muss nur da sein, wo man ohnehin gern ist.
Am selben Tisch: die Bäuerin, der Slammer, die Wirtin, der Neue im Ort.
Professionelle Darstellerinnen und Darsteller, Erzählerinnen und Figuren aus der Ortsgeschichte — vom früheren Wirt bis zur ersten Gastarbeiterin im Dorf.
Wirtshausmusikanten, Poetry-Slammer, Gstanzlsänger. Auch das gehört duranand: die Zwiefache neben dem Slam-Text.
Überlebensgroße Figuren der Stelzer betreten den Raum, wo keiner sie erwartet — als Bild dafür, dass Geschichte größer ist als der Moment.
Besetzung je Spielort unterschiedlich; Mitwirkende aus dem Ort werden ausdrücklich einbezogen.
Beispielhafter Ablauf, wie er für ein Wirtshaus in einer Kleinstadt entwickelt werden könnte. Jeder Spielort erhält seine eigene Fassung.
Die Gäste kommen wie immer. Die Bedienung kennt man, die Karte auch. Nur die Bierdeckel sind heute andere.
Am Stammtisch wird eine Geschichte laut, die zu genau diesem Haus gehört — recherchiert aus der Ortschronik, erzählt von einer Schauspielerin, die bis eben Gast war.
Aus der Küche eine Stimme, im Flur eine Szene, im Nebenzimmer ein Lied. Die Räume des Wirtshauses werden nacheinander zu Schauplätzen.
Die Gäste kommen ins Spiel: Fragen, Erinnerungen, kleine Aufträge. Aus Zuschauern werden Erzähler — freiwillig, nie vorgeführt.
Eine überlebensgroße Figur betritt den Raum: die Vergangenheit selbst schaut vorbei. Realität, Erinnerung und Erfindung sind endgültig duranand.
Kein Applaus-Signal, kein Vorhang. Die Musik bleibt, die Gespräche laufen weiter. Was wahr war und was nicht, klärt sich am Tisch — oder nie.
Mitschnitte und Erzählungen des Abends werden zu einem kurzen Audio-Feature montiert.
Die recherchierten Geschichten des Wirtshauses bleiben dokumentiert — für den Ort, den Verein, das Archiv.
Alle Spielorte werden auf einer Bayernkarte verortet — mit Anschlussmöglichkeit an die BayernHistoryApp.
Für die erste Spielzeit suchen wir Wirtshäuser in Bayern, die ihren Gastraum für einen Abend zur Verfügung stellen — und Lust auf ein kalkuliertes Duranand haben.
Kontaktdaten Entwurf — vor Veröffentlichung prüfen und ggf. Telefonnummer ergänzen.
dieKunstBauStelle e. V. aus Landsberg am Lech entwickelt seit Jahren partizipative Kunst-, Kultur- und Geschichtsprojekte in Bayern — analog, digital und dazwischen.
Der Verein arbeitet grundsätzlich partizipativ: Menschen erzählen selbst, das Team schafft Form, Bühne und Öffentlichkeit.
Mit der Stelzentheatergruppe Die Stelzer besteht jahrzehntelange Praxis darin, unerwartete Figuren in Alltagsräume zu bringen.
Mit Projekten wie der BayernHistoryApp verbindet der Verein Ortsgeschichte, Karte und Erzählung — Anschlussstellen für die Dokumentation der Wirtshausabende.
Selbstdarstellung Entwurf — Formulierungen vor Veröffentlichung mit Vereinstexten abgleichen.